Ein Tag auf Sentosa mit krönendem Abschluss

Endlich ein ganzer Tag Urlaub! Das muss gebührend genutzt werden und so hatten wir uns schon gestern Abend einen großen Plan für heute gemacht. Den fingen wir auch direkt um 9 Uhr an abzuarbeiten, denn dann klingelte nämlich der Wecker zum Aufstehen. Ein wenig Urlaubsgefühl muss man auch beim Schlafen haben…und wenn es nur eine klitzekleine Stunde länger ist!


Papa Merlion (im Hintergrund!)

Nach dem nun schon obligatorischen Frühstück mit Toast, Wurst Käse Nutella, Kaffee und Obst, ging es dann ab nach Vivo City. Vivo City ist ein der Insel Sentosa vorgelagertes Einkaufszentrum von dem auch die Einschienenbahn (in Fachkreisen auch Monorail genannt) in Richtung Insel abfährt. Heute habe ich dann auch zum ersten Mal die eine Station in Augenschein nehmen dürfe, die noch vor nicht allzu langer Zeit nur imaginär vorhanden war. Es handelt sich dabei nämlich um die Station, die zu den neuen Hotels, dem Universal Studios Spaßpark sowie dem neuen Casino gehört. Bis vor Kurzem gab es noch keine Station, die Bahn hat aber dennoch schon mal probehalber angehalten und 2 Minuten gewartet. Jetzt kann man da also auch wirklich aussteigen. Haben wir aber nicht gemacht, sondern wir sind noch eine Station weiter gefahren (insgesamt hat die Strecke 2 Endhaltestellen und eben jene 2 Stationen…mehr ist da nicht!).


Gaudi in Singapore?

Wir sind nun am größten aller in Singapur vorhandenen Merlions angekommen, der Vater aller Merlions! Man kann das Tier auch von innen besteigen und dann in 28m Höhe aus dessen Maul schauen. Nunja, das kann man machen, muss man aber nicht. Wir haben nicht und sind stattdessen einem künstlichen Flusslauf gefolgt, der von Gaudi persönlich hätte gestaltet worden sein können. Dabei wanderten wir dann der letzten Monorailstation entgegen und nach guten 10 Minuten waren wir auch schon am Strand von Sentosa. Es war sehr, sehr sonnig und dementsprechend heiß. Gut, dass wir in der Mittagshitze unterwegs waren, sonst wären wir sicher erfroren 🙂


Das sind wir gar nicht auf dem Sessellift!

Am Strand angekommen fanden wir uns direkt neben dem „Luge“ wieder. Luge heißt so viel wie Rodel und ja, es handelt sich dabei um so etwas Ähnliches wie eine Sommerrodelbahn. Nur eben ohne meterhohe Wände. Dafür aber mit viel Spaß und ein wenig Fahrtwind. Natürlich wollten wir das machen und so kauften wir Tickets für jeweils 2 Fahrten. Um aber den Berg hinunter zu rasen, muss man ihn ja erstmal hinauf kommen. Dazu bedient man sich in Singapur eines ausgedienten Lifts aus Österreich, der sich keinen Skifahrer mehr den Berg hinauf trägt, aber für Touristen in Badelatschen vollkommen genügt. Wir also ab in den Lift und rauf auf den Berg (Sagen wir mal Hügel…). Dabei bot sich ein schöner Blick auf den Strand und auch schon auf eine Attraktion, die wir in ein paar Stündchen auch ausprobieren wollten. Oben angekommen setzten wir uns in die Seifenkisten und ließen uns den Berg hinunterrollen. Eine sehr spaßige Angelegenheit, die Lust auf mehr machte. Glücklicherweise hatten wir ja zwei Tickets gelöst und somit noch eine Chance, die zweite, neuere Strecke auszuprobieren.


Schmetterlinge (2x).

Wir nahmen also ein zweites Mal den Lift nach oben, blieben jedoch dieses Mal noch ein wenig auf dem „Gipfel“, denn dort befindet sich der Schmetterlingspark von Sentosa. Das ist ein eingezäuntes Gelände auf dem sich unter freiem Himmel (na, ein Netz war schon über allem gespannt) die Butterfliegen (engl. Butterflies) austoben können. Das subtropische Klima ermöglicht das und so flatterten um uns herum die Falter. Als ordentliche Touristen haben wir das natürlich in der größten Mittagshitze gemacht und so waren wir froh, dass wir noch eine erfrischende Abfahrt im Sommerrodel hatten. Diese nutzten wir direkt und befanden uns in ca. 7,5 Minuten wieder am Strand von Sentosa.


Siloso Beach – warten auf die Bimmelbahn.

Als nächstes stand die „Underwater World“ auf dem Programm. Irgendwie hatte ich schon ein komisches Gefühl, was dieses Aquarium angeht, denn ich hatte noch keine guten Meinungen darüber gehört und auch selber noch keine Ambitionen gehabt, dorthin zu gehen. Aber wir hatten ein Kombiticket erstanden und so nutzten wir die Chance, uns auch mal die Meeresbewohner unseres Planeten in Gefangenschaft anzuschauen. Leider war es, um ehrlich zu sein, das bisher schlechteste Aquarium, das ich auf diesen Planeten bisher gesehen habe. Die Fische mussten sich in einem nicht bepflanzten, viel zu kleinen und dazu noch nicht besonders sauberen Becken mit sich selbst beschäftigen. Irgendwie war das Ganze nur traurig und wir sind schnell wieder raus in den Sonnenschein. Nun hatten wir uns einen leckeren Sentosa-Burger verdient und genossen ein paar Minuten Pause im Schatten.


Hängebrücke zum südlichsten Punkt des asiatischen Festlandes.

Ab jetzt sollte es noch ein wenig ruhiger werden uns so setzten wir uns die inseleigene Bimmelbahn und ließen uns auf die andere Seite der Insel fahren. Dort war nämlich der südlichste Punkt des Asiatischen Festlandes zu bestaunen. Merkwürdigerweise liegt der südlichste Punkt des asiatischen Festlandes auf einer Insel, die wiederum einer Insel (Sentosa) vorgelagert ist. Nunja, aber das kennen wir ja schon von den Marketingstrategen von Singapur. Immerhin haben sie auch hier einen Holzturm erbaut, den man nur mithilfe einer an Piraten erinnernden Hängebrücke erreichen kann. Der Turm wurde anscheinend erbaut, damit man auch wirklich von oben auf den südlichsten Punkt blicken kann. Wir haben ihn nicht direkt erkennen können, aber waren doch froh, einmal dort gewesen zu sein. (Nun war ich schon am östlichsten Punkt des australischen Festlandes und am südlichsten Punkt des asiatischen Festlandes…was kommt nun?).

Fluch der Karibik?

Auf dem Rückweg zum echten Festland wartete noch das neu eröffnete Kasino auf unseren Besuch. So hatten wir uns das zumindest gedacht. Am Eingang sahen wir dann ein Schild, das auf die zu tragende Kleidung bei einem Besuch hinwies. Uns fielen direkt 3 Dinge ins Auge, die man NICHT tragen darf: Badelatschen, kurze Hosen und trägerlose Shirts. Und was soll ich sagen. Wir haben natürlich genau diese 3 Dinge getragen. So haben wir nur einen kurzen Blick hinein geworfen und sind unverrichteter Dinge wieder abgezogen. Eigentlich ist in dem riesigen Spaß-Komplex auch bisher nur das Kasino offen. Zur „Resort World Sentosa“ gehören aber noch unzählige (bisher ungeöffnete) Hotels, ein Universal Studios Entertainment Park sowie einige Einkaufszentren. Alles bis auf das Kasino ist noch nicht fertig gestellt. Da Chinesen aber sehr gern Glücksspiel betreiben und zum chinesischen Neujahrsfest sehr spendabel im Umgang mit Geld sind, wollte man aber wenigstens das Kasino schon zu Mitte Februar fertig haben. Leider gab es aber ein kleines organisatorisches Problem bei der Sache. Eine Bedingung zur Eröffnung war, dass mindestens 75% der „Resort World Sentosa“ eröffnet sein müssen. Dies war jedoch schwer zu erreichen, weil eben alles andere noch im Bau war. Findig wie die Singis jedoch sind, haben sie am Eröffnungstag des Kasino auch gleich noch die Universal Studios Attraktion für die Öffentlichkeit freigegeben. Die 75% waren also gewährleistet. Das sollte ja nun kein Anlass sein, das hier zu erwähnen, wenn es da nicht eine kleine Unregelmäßigkeit gegeben hätte. Man konnte nämlich noch keine Attraktion nutzen, sondern nur für $10 Eintritt durch den zukünftigen Vergnügungspark laufen. Alle Fahrgeschäfte waren noch geschlossen und Essen gibt es auch keins. Es hieß ja nicht, dass 75% der Fläche vollständig in Funktion sein müssen! Also konnte das Kasino pünktlich eröffnet werden und man nimmt nun sogar schon Geld mit einer Attraktion ein, die noch nicht mal funktioniert. Eigentlich genial.


Ende der Welt?


Das Kasino von aussen!

Nun, wir haben keine $10 gespendet sondern sind wieder in Richtung Vivo City zurück gefahren um einen Kaffee zu trinken. Gesagt, getan. Danach wurde noch eingekauft, denn zur Feier des Bergfestes sollte heute Abend selbst gekocht werden. Und ich durfte mir das Mahl aussuchen: Es sollte Bouletten mit Mischgemüse und Kartoffeln geben. Also haben wir die Zutaten eingekauft und sind dann schnell nach Hause. Ich hatte ja schon Hunger und Schwierigkeiten das Wasser, das mir im Mund zusammenlief, zurück zu halten.


Leckeres Abendmahl.

Zu Hause brieten wir dann die leckeren Sachen und kochten die frischen Möhren und die ausgezeichneten Kartoffeln! So gut habe ich hier in Singapur schon lange nicht mehr gegessen und ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal für die küchentechnische Meisterleistung bedanken. Natürlich nicht bei mir, sondern bei meinem Gast!


Nüsse auf dem Fußboden der Long Bar im Raffles Hotel.

Gesättigt fiel ich auf’s Bett und hatte die zuverlässige Bettschwere erreicht. So dämmerten wir ein wenig vor uns hin, bis es wieder hieß: „Aufstehen“. Denn wir hatten ja heute Abend noch eine Verabredung mit einer Freundin von mir, die auch gerade in der Stadt war, um ihren Freund zu besuchen. Wir trafen uns im Raffles Hotel wo es den obligatorischen Singapore Sling zu trinken und Erdnussschalen auf dem Boden gab! Sehr lecker, aber ganz schön laut und teuer. Also machten wir uns noch auf den Weg ins Arab Quarter, in die BluJaz Bar. Die erinnert ein wenig an Friedrichshain und man kann entspannt draußen sitzen und ein kühles Tiger Beer trinken. Das taten wir dann auch und ließen den Abend bei schönen Gesprächen ausklingen.


Arab Quarter.

Ein wundervoller Tag geht zu Ende und ich möchte noch gar nicht daran denken, dass ich morgen schon wieder arbeiten muss. Es war wirklich wie Urlaub heute und die Seele haben wir eigentlich den ganzen Tag baumeln lassen. Zum Glück können wir morgen ausschlafen, weil ich erst nachmittags wieder Geld verdienen gehen muss. Und so haben wir noch Zeit für andere spannende Aktivitäten! Gute Nacht!

6 Gedanken zu „Ein Tag auf Sentosa mit krönendem Abschluss

  1. Spike

    Das sind doch nicht etwa zwei kopulierende Schmetterlinge, oder? Da musst du jetzt aber mal ein Parental Adisory Zeichen auf die 1. Seite machen! Wenn das Kinder sehen!!!!!

    Antworten

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