Robertson Crusoe

Da ich ja nun schon längere Zeit nichts mehr geschrieben habe (und hier auch nicht so wirklich viel Spannendes passiert ist), möchte ich mir nun heute ein wenig Zeit nehmen und Euch von meinem letzten Wochenende berichten. Um es kurz zu machen: es ist nicht viel passiert. Das allerdings auf ganz wunderbare Weise…

Pulau Sibu

Los ging es am Freitagabend so gegen 17Uhr. Das Taxi wartete bereits an meiner Bürotür (natürlich nicht wörtlich zu nehmen) und schwups ging es auf zur Grenze. Ja, Robert fährt ins umliegende Ausland. Am Checkpoint angekommen, wird der Pass gezückt und man wird in einen Bus verfrachtet. Der Grund für die kurze Busfahrt ist der Fakt, dass Singapur eine Insel und daher mit dem Festland nur über 3 Brücken verbunden ist. Eben über diese Brücken kann man nur mit einem mobilen Untersatz fahren, denn auf der Singapur-Seite reist man aus und auf der Festlandseite reist man nach Malaysia ein. Dazwischen befindet sich der Riss in der Matrix und den sollte man tunlichst nicht zu Fuß versuchen zu überbrücken (was für ein Wortspiel).

Die Einreise ins Nachbarland verlief noch ganz manierlich und einigermaßen fix (Gedanken-Memo: nächstes Mal einen Stift einpacken…das reduziert die Zeit zum Ausfüllen des Immigrantenkärtchens um dreiviertel der sonst notwendigen Zeit). Drüben wurde dann ein Taxi gesucht, das den ca. 213km entfernten Ort, in dem um exakt 21Uhr die Fähre abfahren soll, ansteuert. Ein Einheimischer Fahrer konnte die Frage nach „Tanjung Leman“ (so heißt der Ort) gar nicht abwarten und hat sich sofort bereit erklärt, für 180Ringgit (ca. 30EUR) eine 4h-Fahrt auf sich zu nehmen (2h hin und 2h zurück…also für das Taxi). Da hätte er mal nicht ganz so voreilig ganz so laut schreien sollen.

Mittlerweile war es 18h30 und es waren nur noch 2.5h bis zur Fährabfahrt. Also eigentlich genügend Zeit um noch einmal zu tanken, kurz im Stau zu stehen und gemächlichen Tempos die Landstrasse abzufahren. Das hat der Taxifahrer auch gemacht. Bis er merkte, dass es dunkel wurde und er anscheinend mit Einbruch der Dämmerung auch sein Gehirn in denselbigen Zustand versetzt hat: Er konnte augenscheinlich (ha ha) nicht mehr lesen und hat so ziemlich jeden Wegweiser übersehen und ist immer in die falsche Richtung abgebogen! Die ersten zwei Mal habe ich nichts gesagt…dachte mir: Der wird sich schon auskennen, der wohnt ja schließlich hier und außerdem hat er ja als erster laut geschrien, dass er gern das Ziel ansteuern möchte. Nachdem er dann allerdings wieder ein Richtungsschild auf dem klar und deutlich unser Zielort ausgeschrieben war, übersehen hat, machte ich ihm noch einmal eindringlich deutlich, dass die Fähre heute Abend um 21Uhr fahren würde und nicht erst morgen früh um 9Uhr. Daraufhin meinte er: „Ah, 9pm…tonight.“, drückte kurz aus gutem Willen noch rechtzeitig anzukommen aufs Gas, bremste allerdings abrupt wieder ab um dem Schlagloch auszuweichen, dass sich da spontan in die Strasse eingebracht hat. Konnte man natürlich nicht schon eher sehen, weil a) der Scheinwerfer den Bereich von maximal 2,74m vor dem Auto ausleuchteten (bei sonst absoluter Dunkelheit) und b) die Klimaanlage so kalt eingestellt war, dass die Scheiben von außen (!) beschlagen waren. Als er dann noch etwas von „I know a shortcut“ (ich kenne eine Abkürzung) geredet hat, hab ich ihm in relativ unfeiner Art und Weise klar gemacht, dass ich ab hier die Navigation übernehme und er ohne nachzufragen einfach meinen Anweisungen folgt. Glücklicherweise war ich in der Verfassung Wegweiser zu lesen und auch die dazugehörigen Pfeile der entsprechenden Richtung zuzuordnen und so bogen wir nach einigen haarsträubenden Abbiegemanövern letztendlich doch um exakt 21Uhr auf den Parkplatz der Bootsanlegestelle. Gerade noch mal gut gegangen. Mit einem freundlichen Zuschlagen der Tür haben wir uns verabschiedet und ich denke, dass der Mensch immer noch auf dem Nachhauseweg ist. Ich glaube da fährt er nie wieder hin…obwohl, jetzt müsste er den Weg ja kennen 😉

Das Boot (also wirklich ein Boot, keine Fähre) legte dann auch pünktlich um 21:38Uhr ab und 20Minuten später waren wir in dem Paradies auf Erden angekommen: Pulau Sibu.

5 Gedanken zu „Robertson Crusoe

  1. vati

    Hey Robert, Du kannst doch hier nicht so einfach Katjas Geheimtip verraten!
    Weiter gute Genesung! Laß Dich von Manja gut aufpäppeln.

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  2. Robert

    Na, ich hab ja nicht den Weg ins Paradies verraten…das soll jeder selbst herausfinden 😉

    Mir geht es schon von Tag zu Tag besser. Immer noch ein wenig schwach, aber wird schon werden…habe ja die beste Pflege!

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